Ladebordwand Hubzylinder abdichten – so sollten Sie vorgehen
Ein Ölfilm am Zylinder oder Pfützen unter der Ladebordwand sind deutliche Warnsignale. Undichte Hubzylinder verlieren kontinuierlich Hydraulikflüssigkeit und führen zu Umweltverschmutzungen. Verölte Stellen am Boden müssten meist „ausgekoffert“ werden, sprich der verölte Boden muss fachgerecht entsorgt werden. Dies kann zu hohen Kosten führen.
Der Ölverlust verschlimmert sich mit der Zeit und kann weitere Komponenten des Hydrauliksystems beschädigen. Pumpen laufen trocken, Ventile verschleißen schneller, und im schlimmsten Fall fällt die gesamte Anlage aus. Eine Reparatur wird dann deutlich aufwendiger und kostspieliger als das rechtzeitige Abdichten des Zylinders.
Handeln Sie bei den ersten Anzeichen einer Undichtigkeit. Je früher Sie den Hubzylinder abdichten, desto geringer bleibt der Schaden. Oft genügt ein einfacher Dichtungswechsel, um die volle Funktion wiederherzustellen, sofern die Kolbenstange des Hubzylinders keine Beschädigungen aufweist. Warten Sie hingegen zu lange, können Kolbenstange oder Zylinderrohr durch mangelnde Schmierung Schaden nehmen. Das macht eine Instandsetzung komplizierter und treibt die Kosten nach oben.
Diese Werkzeuge und Materialien benötigen Sie
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, legen Sie alle notwendigen Utensilien bereit. Ein passender Dichtungssatz ist unverzichtbar – achten Sie dabei auf die exakten Maße Ihres Zylinders. Hydrauliköl zum Nachfüllen sollte ebenfalls griffbereit stehen. Für die Demontage benötigen Sie verschiedene Schraubenschlüssel, eine Sicherungsringzange, einen Hammer und einen Dorn zum ausschlagen der Bolzen.
| Kategorie | Benötigte Materialien |
|---|---|
| Ersatzteile | Dichtungssatz (passend zum Zylindertyp, möglichst inkl. O-Ringen, Stützringen) |
| Werkzeuge | Schraubenschlüssel-Satz, Hammer und Dorn, stumpfes Werkzeug zum Entfernen der Dichtungen |
| Hilfsmittel | Hydrauliköl, Montagepaste, fusselfreie Tücher, Bremsenreiniger |
| Schutzausrüstung | Arbeitshandschuhe, Schutzbrille, Auffangwanne |
Sauberkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Reparatur. Schmutzpartikel im System verursachen neue Undichtigkeiten oder beschädigen die Pumpe. Mit dieser Grundausstattung sind Sie bestens vorbereitet, um den Hubzylinder fachgerecht abzudichten. Zusätzlich empfiehlt sich Montagepaste für die neuen Dichtungen – sie erleichtert das Einsetzen und schützt vor Beschädigungen beim Zusammenbau.
Hubzylinder abdichten – die richtige Vorbereitung
Eine gründliche Vorbereitung entscheidet über den Erfolg der Reparatur. Entlasten Sie die Ladebordwand im geschlossenen Zustand (Funktion „Öffnen“ kurz betätigen und danach Funktion „Senken“ kurz betätigen) und sichern Sie sie mit geeigneten Stützen gegen Absturz der Plattform ab. Das Fahrzeug muss außerdem auf ebenem Untergrund stehen und gegen Wegrollen gesichert sein. Schalten Sie die Zündung aus und ziehen Sie den Schlüssel ab.
Das Hydrauliksystem steht unter hohem Druck. Bevor Sie Leitungen oder Verschraubungen lösen, müssen Sie diesen Druck vollständig abbauen. Haben Sie die Plattform / Ladebordwand gesichert, so betätigen Sie dazu die Bedienelemente nochmals kurz, sodass die Plattform / Ladebordwand gegen die Sicherung anliegt und somit entlastet ist.
Reinigen Sie den Arbeitsbereich gründlich von Schmutz und Ablagerungen. Verunreinigungen dürfen keinesfalls in das geöffnete System gelangen. Markieren Sie vor dem Lösen alle Anschlüsse und Leitungen mit Klebeband oder einem wasserfesten Stift. Das erleichtert den späteren Zusammenbau erheblich und verhindert Verwechslungen. Fotografieren Sie zusätzlich die Einbausituation – diese Dokumentation ist beim Wiedereinbau eine wertvolle Hilfe.
Anleitung: So dichten Sie den Hubzylinder fachgerecht ab
Lösen Sie zunächst die Hydraulikleitungen am Zylinder und verschließen Sie die offenen Enden sofort mit Stopfen. Hierbei können geringe Mengen an Hydrauliköl austreten. Danach schlagen Sie den oberen Bolzen aus der oberen Lagerstelle des Hubzylinders aus. Achtung: sobald der Bolzen entfernt wurde ist der Hubzylinder nur noch mit der unteren Lagerstelle am Haupttragrohr der Ladebordwand verbunden. Bitte sichern Sie den Hubzylinder, damit er nicht auf den Boden schwenkt – der Hubzylinder ist ein schweres Bauteil und kann zu Verletzungen führen.
Die wichtigsten Arbeitsschritte im Überblick:
- Ladebordwand / Plattform gegen Herabfallen sichern
- Fahrzeug gegen Wegrollen sichern
- Hydraulikleitungen lösen und Öffnungen verschließen
- Oberen Bolzen aus dem Hubzylinder schlagen
- Kolbenstange vorsichtig herausziehen
- Alte Dichtungen mit stumpfem Werkzeug entfernen
- Alle Bauteile reinigen und auf Schäden prüfen
- neue Dichtungen mit Montagepaste einsetzen
- Kolbenstange vorsichtig wieder einsetzen
- Zylinder einbauen (oberen Verbindungsbolzen wieder einsetzen) und ggf. Öl nachfüllen
Untersuchen Sie alle Bauteile sorgfältig auf Beschädigungen. Kratzer oder Riefen an der Kolbenstange verhindern eine dauerhafte Abdichtung. Achten Sie beim Einsetzen der neuen Dichtungen auf die korrekte Einbaurichtung – viele Dichtungen funktionieren nur in einer bestimmten Orientierung. Führen Sie die Kolbenstange langsam und ohne Verkanten in das Zylinderrohr ein.
Häufige Fehler beim Abdichten vermeiden
Der häufigste Fehler liegt in der Verwendung falscher Dichtungen. Selbst minimale Abweichungen bei Durchmesser oder Material führen zu erneuten Undichtigkeiten. Bestellen Sie Ersatzteile immer anhand der genauen Typbezeichnung Ihres Zylinders. Universaldichtungen mögen günstiger erscheinen, halten jedoch selten lange und verursachen oft Folgeschäden.
Unsauberes Arbeiten rächt sich schnell. Staubkörner oder Metallspäne im System zerstören neue Dichtungen und auch die Pumpe innerhalb kürzester Zeit. Reinigen Sie deshalb alle Teile penibel und arbeiten Sie in einer möglichst staubfreien Umgebung. Auch beschädigte Kolbenstangen verhindern eine erfolgreiche Reparatur. Feine Kratzer lassen sich mit Polieren beheben, tiefere Riefen erfordern einen Austausch der kompletten Kolbenstange.
Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
- Falsche Dichtungsgrößen oder ungeeignete Materialien verwenden
- Dichtungen beim Einbau verdrehen oder quetschen
- Scharfkantige Werkzeuge in der Nähe von Dichtflächen einsetzen
- Unter Zeitdruck oder bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten
Nehmen Sie sich für jeden Arbeitsschritt ausreichend Zeit. Geringe Luftmengen die während des Tauschs in das Hydrauliksystem gelangen sind in der Regel kein Problem, da die Ladebordwände sich selbst entlüften (mehrmaliges Durchfahren sämtlicher Funktionen beschleunigen die Entlüftung erheblich).
Wann Sie besser einen Fachbetrieb beauftragen sollten
Nicht jede Undichtigkeit lässt sich in Eigenregie beheben. Zeigt die Kolbenstange deutliche Verschleißspuren oder ist das Zylinderrohr innen beschädigt, reicht ein Dichtungswechsel nicht aus. Solche Schäden erfordern spezielle Werkzeuge und Fachwissen, das über eine normale Wartung hinausgeht. Hier lohnt sich der Gang zur Werkstatt.
Auch bei komplexeren Hydrauliksystemen mit mehreren Zylindern oder elektronischer Steuerung sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Fehler bei der Montage können teure Folgeschäden verursachen oder die Sicherheit gefährden. Gleiches gilt, wenn Sie sich bei einzelnen Arbeitsschritten unsicher fühlen. Eine fehlerhafte Reparatur kostet am Ende mehr als der Fachmann von Anfang an.
Bedenken Sie außerdem die Gewährleistung. Bei Fahrzeugen oder Ladebordwänden mit laufender Garantie kann eine Eigenreparatur den Gewährleistungsanspruch gefährden. Klären Sie vorab, ob bestimmte Arbeiten selbst durchgeführt werden dürfen. Fachbetriebe verfügen zudem über OEM- oder Originalersatzteile und können die korrekte Funktion nach der Instandsetzung prüfen. Bei sicherheitsrelevanten Komponenten wie Hubzylindern ist diese Kontrolle besonders wertvoll.
Fazit – Mit der richtigen Technik den Hubzylinder erfolgreich abdichten
Das Ladebordwand Hubzylinder abdichten ist eine lohnende Wartungsarbeit, die Sie mit etwas technischem Geschick selbst durchführen können. Entscheidend sind die richtige Vorbereitung, passende Ersatzteile und sorgfältiges Arbeiten unter sauberen Bedingungen. Wer diese Grundsätze beachtet, stellt die volle Funktion der Hubeinrichtung zuverlässig wieder her.
Regelmäßige Sichtkontrollen helfen dabei, Undichtigkeiten frühzeitig zu erkennen. Je schneller Sie handeln, desto einfacher gestaltet sich die Reparatur. Kleine Ölspuren am Zylinder sind ein klares Signal, das Sie nicht ignorieren sollten. Ein rechtzeitiger Dichtungswechsel verhindert größere Schäden am gesamten Hydrauliksystem.
Scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten einen Fachbetrieb hinzuzuziehen. Sicherheit geht vor, besonders bei Komponenten, die täglich schwere Lasten bewegen. Mit den beschriebenen Schritten und der nötigen Sorgfalt können Sie jedoch viele Standardreparaturen eigenständig erledigen. Prüfen Sie nach jeder Instandsetzung die Funktion ausgiebig und kontrollieren Sie die reparierten Stellen in den folgenden Wochen auf erneute Undichtigkeiten.